Kreativität für alle

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Kreativität für alle

Beitrag von br0adsw0rd am Di 13 Sep 2016, 06:37

Die Nacht war schwarz wie das Herz der Schattengöttin und der tosende kalte Regen peitschte den drei Gestalten ins Gesicht.

Unlängst hatte der Sturm die Strasse in einen Sumpf aus Schlamm verwandelt, welcher bei jedem Schritt gierig und glucksend nach dem Schuhwerk griff. Gelegentliche Blitze erhellten ihren Weg, doch nur ein Verrückter hätte dieses tödliche Licht gepriesen, welches grausamer sein konnte als jeder Sturz den man dadurch vermied.
Die Roben und der Kapuzenmantel welcher die vorderste von ihnen darüber trug - an denen Schlamm als Beweis für ihre Stürze haftete - waren inzwischen so fest mit Wasser voll gesogen, dass sie keinen Schutz mehr vor der beißenden Nässe boten. Durch das enorme Gewicht seiner nassen Kleidung konnte die Gestalt nur noch gebeugt gehen und man konnte nur mit Mühe feststellen, dass sie die Größte der Drei war. Krampfhaft presste sie eine kleine Ledertasche gegen die Brust und keuchte bei jedem Schritt, während sich das Elend auf ihrem Gesicht abzeichnete. Sie mochte die Größte der Gestalten sein, doch die Kleidung welche nun an ihrem Körper klebte, offenbarte den hageren Mann der sich darunter verbarg. Das Lichtspiel der Blitze lies die Schatten auf seinem scharfgeschnittenem Gesicht mit der spitzen Nase tanzen.
Die anderen Gestalten, die etwa einen halben Kopf kleiner waren, folgten ihm mit wenigen Schritten Abstand und schienen erheblich weniger Mühe mit dem Sturm zu haben – eine von ihnen hatte sogar nichts weiter an seinem Körper, als eine enge kurze Stoffhose, die von einem Seil gehalten wurde an dem noch ein Paar exotische Stichinstrumente und ein kleiner Beutel hingen und eine auf dem Rücken geschnallte Tasche, an der zusätzlich diverse Töpfe festgegurtet waren. Das exotischste an ihm war jedoch sein Gesicht - die mandelförmigen dunklen Augen welche sie die Völker Kara-Turs haben, der geheimnisvolle Kontinent weit im Osten Torils von dem man in den Reichen nur Legenden kennt. Das schwarze Haar des Exoten war zu einem sorgfältigen Zopf geflochten, der schwer auf seiner Schulter ruhte. Regen lief ihm in Strömen am halbnackten Körper runter, doch davon schien er nichts zu merken, schweigend beobachtete er den vor sich hinstolpernden Reisegefährten.
Die dritte Gestalt war etwas großzügiger mit Worten, wenn auch nicht sehr. Jedes mal wenn sie den Halt zu verlieren drohte schnaubte sie lautstarke Flüche in die tobende Nacht. Die tiefe Stimme dieser Gestalt erwies sich als die Stimme eines weiteren Mannes, der offenbar die Handelssprache nur gebrochen beherrschte. Auf seinem Rücken trug er einen gewaltigen Rucksack an dem noch ein Großschwert gebunden war. Das Gewicht schien ihn nicht zu stören, aber der Regen und der unsichere Boden hatten seine Laune erheblich verschlechtert. Auch er hatte versucht den Regen mit einem Mantel fernzuhalten, sofern man den Fetzen Stoff als Mantel betrachten konnte – er war überall eingerissen und bedeckte die breiten Schultern unter seinem mit Platten durchzogenem Kettenhemd nur halb. Als er wieder einmal den Halt verlor und sich mit einem Knie noch auffangen konnte, brüllte er durch den lauten Regenschleier:





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